Am 13. April 1941 wird Schuman aus Metz nach Neustadt verlegt und muss seine Papiere abgeben.
Ihm wird im damaligen Kurhaus Kohler das Zimmer 23 zugewiesen. Die Mahlzeiten nimmt er am
ersten Tisch an der Fensterfront ein, wo sich eine feste Tischgemeinschaft ergibt. Mit am Tisch sitzen ein Richter, ein Oberstaatsanwalt und eine Oberlehrerin. Schuman gilt als liebenswürdiger Zuhörer, aber als äußerst wortkarg. Im Kurhaus Kohler sind immer wieder auch deutsche Offiziere einquartiert.

Ob Schuman mit diesen Kontakt hat, ist nicht bekannt. Gauleiter Bürckel gibt vor Schumans Einweisung dem Inhaber des Kurhauses, Peter Kohler, die Anweisung, den Gast vornehm zu behandeln. Weitere Auflagen werden nicht gemacht. Nach einer späteren Aussage von Schuman selbst fehlt es ihm – außer der Freiheit – in Neustadt an nichts, auch viele Bücher aus seiner Bibliothek in Scy Chazelles werden dem Büchernarr zugestellt.

Am Tag nach seiner Internierung trifft Schuman zum ersten Mal auf Gauleiter Bürckel. Eine Anekdote zu diesem Treffen wurde überliefert, deren Echtheit nicht zweifelsfrei belegt werden kann. Diese Anekdote lautet folgendermaßen: Da Schuman unmittelbar aus dem Gefängnis in Metz nach Neustadt überführt worden war, war er ohne Geld in Neustadt angekommen. Dieser Umstand war ihm äußerst peinlich, weshalb er Bürckel darum bat, mit seinen Metzer Freunden Verbindung aufnehmen zu dürfen. Daraufhin öffnete Bürckel sein Portemonnaie und reicht Schuman 200 Mark.
Kontakte nach Lothringen sind danach dem Internierten erlaubt und Geld aus Metz wird Schuman
zugesandt. Der unfreiwillige Pensionsgast bezahl für die 16 Monate seiner Internierung seinen
Aufenthalt aus eigener Tasche.

“Es gibt nur eine Rettung für Europa und das sind die Vereinigten Staaten von Europa”

Robert Schuman