
Am 14. September 1940 (Fest Kreuzerhöhung) wurde Robert Schuman in Metz verhaftet und musste zehn Monate, genau bis zum Karsamstag 1941, im Gefängnis an der Rue Barres zubringen. Die Gestapo versuchte, ihn in ein Konzentrationslager zu bringen, doch über Schuman hielt Generalstaatsanwalt Heinrich Welsch, später, 1955, einige Wochen Ministerpräsident des Saarlandes, seine schützende Hand. Am 13. April 1941 nach Neustadt gebracht, wurde Schuman als Zivilinternierter im Kurhaus Kohler zwar bewacht, aber er konnte doch einige Reisen unternehmen, zum Beispiel nach Speyer zu den Professoren und Alumnen des Metzer Priesterseminars, die von 1940 bis 1943 dort untergebracht waren.
„Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.“
Robert Schuman


“Neustadt war zwischen 1927 und 1940 Hauptstadt eines NSDAP-Gaues (…) und zwar eines ziemlich bedeutenden an der Grenze zu Frankreich. Auch ist Neustadt ein markantes Beispiel dafür, dass kulturelle und regionale Identität in Deutschland auch am Beginn des 21. Jahrhunderts oft noch stark mit der NS-Zeit verbunden sind. So hieß Neustadt bis 1936 Neustadt an der Haardt und wurde erst vom NS-Regime durch die „Erfindung“ der „Deutschen Weinstraße“ und der „Deutschen Weinkönigin“ zur deutschen Weinmetropole erhoben.” Auszug aus: “Neustadt und Nationalsozialismus”.




Adolf Hitler von hintan am Mikrofon stehend auf Wahlkampfreise 1932 in Neustadt a. d. Weinstraße (großes Bild oben). “Siegesparade” der Wehrmacht in Lothringen 1940 (rechts unten). Kurz danach, am 14. September 1940 wird Robert Schuman von der Gestapo verhaftet und in das Gefängnis in der Rue Barres gebracht. Dort ist er bis zum 13. April 1941 inhaftiert. Dass er nicht in ein Konzentrationslager überführt wird, ist Generalstaatsanwalt Welsch zu verdanken, der sich bei Gauleiter Josef Bürckel (links unten) für Robert Schuman einsetzt. (Bilder: Stadtarchiv Neustadt a. d. Weinstraße)


