{"id":783,"date":"2025-02-14T12:17:56","date_gmt":"2025-02-14T12:17:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=783"},"modified":"2026-02-23T19:17:51","modified_gmt":"2026-02-23T19:17:51","slug":"walter-bartscherer-1920-1942","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=783","title":{"rendered":"Walter Bartscherer\u00a0(1920-1942)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Walter Bartscherer geh\u00f6rte zu jenen Geburtsjahrg\u00e4ngen, die beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sich dem Einberufungsalter n\u00e4herten und sehr geburtenreich waren. Entsprechend hoch war auch die Zahl an Einberufenen. Im April 1942 standen 619.000 unter Waffen, darunter auch Walter Bartscherer.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er&nbsp;kam am 21. M\u00e4rz 1920 als Sohn des Lehrers Luitpold Bartscherer und dessen Ehefrau Theresia geb. Kr\u00e4mer in Schweigen an der Weinstra\u00dfe zur Welt.&nbsp;Da sein Vater eine Hauptlehrerstelle an der Volksschule in Herxheim \u00fcbernahm, wurde Walter in Herxheim gro\u00df. Seine Familie wohnte in der Niederhohlstra\u00dfe 17, in der Lehrerwohnung, wie sie auch heute gelegentlich noch genannt wird. Er besuchte nach der Volksschule eine h\u00f6here Lehranstalt in Landau und war mit mehreren seiner Klassenkameraden Mitglied bei der Hitlerjugend.&nbsp;Gerade 18 Jahre alt geworden, r\u00fcckte er am 4. April 1938 als Arbeitsmann beim Reichsarbeitsdienst zu dem \u00fcblichen halbj\u00e4hrigen Einsatz ein (RAD-Abteilung 1\/320).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"715\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Walter-Bartscherer-715x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-786\" style=\"width:393px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Walter-Bartscherer-715x1024.jpg 715w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Walter-Bartscherer-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Walter-Bartscherer-768x1099.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Walter-Bartscherer-rotated.jpg 816w\" sizes=\"(max-width: 715px) 100vw, 715px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>                                Portr\u00e4t von Walter Bartscherer als adrett gekleideter junger Mann. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wissen es nicht genau, k\u00f6nnen aber davon ausgehen, dass Walter schon bald auch zum Milit\u00e4r gerufen wurde. Auf jeden Fall finden wir ihn am 30. April 1940 in der 4. Maschinengewehr Kompanie, Infanterie Ersatz Bataillon 404 Ostrowo. Sein Einsatz vom 9. M\u00e4rz bis zum 29. Juni 1941 als Besatzungssoldat in Frankreich ist dokumentiert. Dokumentiert ist auch seine Bef\u00f6rderung zum Gefreiten am 1. M\u00e4rz 1942. Als solcher kam er ab 12. Juni 1942 zum Infanterieregiment 358 Luxemburg unter der Feldpostnummer 24 774 D.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"585\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Sterbebild-585x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-788\" style=\"width:292px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Sterbebild-585x1024.jpg 585w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Sterbebild-171x300.jpg 171w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Sterbebild-rotated.jpg 704w\" sizes=\"(max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>                         Die Todesanzeige von Walter Bartscherer brachte erst versp\u00e4tet Gewissheit. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenige Tage sp\u00e4ter begann der \u00dcberfall Deutschlands auf die Sowjetunion. Walter Bartscherer steckt in den K\u00e4mpfen des Nordabschnitts, der zur Einkesselung Leningrads f\u00fchrt. Im Sommer 1942 kam keine Nachricht mehr von Walter zu seinen Eltern in Herxheim. Diese bangten um ihren Sohn. Gewissheit brachte die Totmeldung des Nachrichtendienstes der Wehrmacht. Diese&nbsp;erfolgte ein halbes Jahr nach dem Todestag. Darin ist der 12. Juni 1942 als Tag des Todes und die Cholmyh\u00f6he&nbsp;als Ort des Todes genannt. Das k\u00f6nnte auf die Cholm in Russland, s\u00fcdlich von St. Petersburg (damals Leningrad) hinweisen. Dort fand im Zeitraum des Todes von Walter Bartscherer die erste Einkesselung deutscher Truppen durch die sowjetischen Kr\u00e4fte statt. Warum die Meldung so lange auf sich warten lie\u00df, k\u00f6nnte damit zusammenh\u00e4ngen, dass der Kessel erst nach mehr als 100 Tagen Entsatz erfuhr.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Grabkreuz-der-Eltern-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-787\" style=\"width:319px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Grabkreuz-der-Eltern-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Grabkreuz-der-Eltern-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Grabkreuz-der-Eltern-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bartscherer-Walter-Grabkreuz-der-Eltern.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>                        Grabkreuz der Eltern von Walter Bartscherer auf dem Herxheimer Friedhof. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Walter Bartscherer fand auf der Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte Rshew im Grab 825 in der 17. Reihe des 11. Blocks eine endg\u00fcltige Ruhest\u00e4tte; um ihn herum liegen mehr als 40.000 weitere, deutsche Gefallene.&nbsp;Walters Schwester Elsa&nbsp;Trudel wurde sp\u00e4ter die Ehefrau des Architekten Adolf Knoll. Auf dem Friedhof in Herxheim wird auf dem Grabkreuz der Eltern ebenfalls an Walter Bartscherer erinnert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Klaus Eichenlaub<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Walter Bartscherer geh\u00f6rte zu jenen Geburtsjahrg\u00e4ngen, die beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sich dem Einberufungsalter n\u00e4herten und sehr geburtenreich waren. Entsprechend hoch war auch die Zahl an Einberufenen. Im April 1942 standen 619.000 unter Waffen, darunter auch Walter Bartscherer. Er&nbsp;kam am 21. M\u00e4rz 1920 als Sohn des Lehrers Luitpold Bartscherer und dessen Ehefrau Theresia geb. 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