{"id":2202,"date":"2026-06-10T08:10:30","date_gmt":"2026-06-10T08:10:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=2202"},"modified":"2026-06-10T08:10:30","modified_gmt":"2026-06-10T08:10:30","slug":"erich-eichenlaub-1920-1941","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=2202","title":{"rendered":"Erich Eichenlaub (1920-1941)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Friedhof in Herxheim wird auf dem unteren Teil des Grabsteins f\u00fcr Georg und Margareta Eichenlaub an Max, Albert und Erich Eichenlaub erinnert. Das eiserne Kreuz zwischen den Lebensdaten verdeutlicht, dass alle drei nicht mehr aus dem Zweiten Weltkrieg zur\u00fcckkamen und in fremder Erde ruhen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich um drei Br\u00fcder der Landwirtsfamilie Georg Eichenlaub und Margareta geb. Seither aus der Holzgasse 23. Das Ehepaar hatte acht Kinder, wovon zwei schon im Kindesalter starben. Erich war der j\u00fcngste der Br\u00fcder. Er kam am&nbsp;21. Januar 1920 auf die Welt. Sein \u00e4ltester Bruder Eugen sollte der Tradition folgend den elterlichen Bauernhof \u00fcbernehmen.&nbsp;Albert, als&nbsp;Zweitgeborener war Metzger geworden, Bruder Karl durfte das Gymnasium besuchen und wurde nach dem Krieg Lehrer und Bruder Max arbeitete im elterlichen Betrieb mit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"794\" height=\"1018\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Eichenlaub-Erich-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2203\" style=\"width:527px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Eichenlaub-Erich-.jpg 794w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Eichenlaub-Erich--234x300.jpg 234w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Eichenlaub-Erich--768x985.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 794px) 100vw, 794px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ein Jugendfoto von Erich Eichenlaub<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Eichenlaub-Erich.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 29. Juli 1939, Erich war 19 Jahre alt, hatte er bereits den Wehrpass. Am 3. Dezember&nbsp;1940 musste er als Soldat zum Infanterieersatzbataillon 87 einr\u00fccken. Auf ihn wartete der Einsatz an der Ostfront. Dorthin musste er ab 1. Juli 1941, wenige Tage nach dem Beginn des Blitzkrieges der Deutschen gegen die Sowjetunion. An dieser Front waren Erichs Br\u00fcder fr\u00fcher oder sp\u00e4ter dann allesamt im Kriegseinsatz. Die deutschen Truppen dringen rasch vor, jedoch nicht ohne Verluste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Gefallenen der ersten Kriegstage der Heeresgruppe Nord z\u00e4hlt auch Erich Eichenlaub. In einem Dokument des&nbsp;Archivs&nbsp;lesen wir von einer Kriegsverletzung: Kopfschuss. Ob dieser&nbsp;bereits das Lebensende von Erich Eichenlaub&nbsp;mit sich brachte, ist nicht gesagt.&nbsp;Am 8. August&nbsp;1941 jedoch ist das Leben des 21-j\u00e4hrigen Erich zu Ende. Als Ort seines \u201eHeldentodes\u201c wird Porietschje in Russland genannt. Das Schreiben des Kompaniechefs mit der Todesnachricht an den Vater hat martialische Z\u00fcge: <em>\u201eIm Kampf um den Br\u00fcckenkopf an der Luca bei Porietschje am 8.8.1941 fiel ihr Sohn in soldatischer Pflichterf\u00fcllung getreu seinem Fahneneid f\u00fcr das Gro\u00dfdeutsche Vaterland\u201c,<\/em> hei\u00dft es dort. Dem Schreiben ist ein grob mit Bleistift gezeichneter Plan beigelegt, der den Ort des Todes zeigt. Er liegt s\u00fcdlich des Ilmensees. Erich Eichenlaub stand also mit seiner Einheit im Nordabschnitt, die auf die Stadt Leningrad zielte.&nbsp;Es war die Schlacht an der Luga, in der vom 10. Juli bis 24. August 1941 auf sowjetischer Seite vergeblich versucht wurde, den deutschen Vormarsch auf Leningrad aufzuhalten. Die anderthalb Monate dauernden K\u00e4mpfe an der Luga-Linie verlangsamten den Vormarsch der deutschen Heeresgruppe nach Leningrad und brachten Erich Eichenlaub den Tod.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"521\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Brief-e-eichenlaub-1024x521.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2205\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Brief-e-eichenlaub-1024x521.jpg 1024w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Brief-e-eichenlaub-300x153.jpg 300w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Brief-e-eichenlaub-768x391.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Brief-e-eichenlaub-1536x782.jpg 1536w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Brief-e-eichenlaub-2048x1042.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Skizze mit der Verortung des Grabes in Russland, Brief und Abschrift der Todesmeldung durch den Kompanief\u00fchrer 1941<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erich war der erste der drei S\u00f6hne der Familie Eichenlaub,\u00a0den die russische Erde aufnahm, das war 1941. Bruder Max wurde 1942 und Bruder Albert 1943 von russischer Erde bedeckt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"766\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ErichMaxAlbert-rechts-1024x766.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2199\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ErichMaxAlbert-rechts-1024x766.jpg 1024w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ErichMaxAlbert-rechts-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ErichMaxAlbert-rechts-768x575.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ErichMaxAlbert-rechts-1536x1149.jpg 1536w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ErichMaxAlbert-rechts-2048x1532.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Fotomontage der drei Br\u00fcder: Erich, Max und Albert Eichenlaub fielen im Zweiten Weltkrieg <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Auskunft des Volksbundes Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge ist Poretschje der Todesort, gleichlautend wie in der Todesmeldung des Kompaniechefs an Erichs Eltern. Sein Grab soll in Loschgolowo (rund 300 km s\u00fcdwestlich von Leningrad, heute St. Petersburg) liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00e4lteste Bruder Eugen durfte gem\u00e4\u00df einer Regelung fr\u00fchzeitig den Dienst an der Front quittieren, Bruder Karl kam nach zweij\u00e4hriger russischer Kriegsgefangenschaft zur\u00fcck und tat als Lehrer Schuldienst. Nicht genug, dass die Familie um drei S\u00f6hne trauerte, schlug der Krieg noch ein weiteres Mal zu, als 1942 die Bombenlast zur\u00fcckkehrender alliierter Flugzeuge das b\u00e4uerliche Anwesen&nbsp;in der Holzgasse traf und Scheuer und Stallungen ausbrannten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Dr. Klaus Eichenlaub)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Friedhof in Herxheim wird auf dem unteren Teil des Grabsteins f\u00fcr Georg und Margareta Eichenlaub an Max, Albert und Erich Eichenlaub erinnert. Das eiserne Kreuz zwischen den Lebensdaten verdeutlicht, dass alle drei nicht mehr aus dem Zweiten Weltkrieg zur\u00fcckkamen und in fremder Erde ruhen. Es handelt sich um drei Br\u00fcder der Landwirtsfamilie Georg [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2202","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2202"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2209,"href":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2202\/revisions\/2209"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}