{"id":1191,"date":"2025-07-22T07:06:23","date_gmt":"2025-07-22T07:06:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=1191"},"modified":"2025-07-22T07:06:23","modified_gmt":"2025-07-22T07:06:23","slug":"guido-daum-1924-1944","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=1191","title":{"rendered":"Guido Daum (1924-1944)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Guido Daum wurde am 8. September 1924 als Sohn des Gipsermeisters Eugen Daum und dessen&nbsp; Ehefrau Margareta geb. Pfalzer in der Niederhohl 25 geboren. Er war das vierte von acht Kindern. Gerade 18 Jahre alt geworden, musste er am 16. Oktober 1942 einr\u00fccken und kam zu den Panzergrenadieren.&nbsp;Nach seiner Wehrausbildung kam er mit seiner Einheit im M\u00e4rz 1943 an die s\u00fcdliche Ostfront. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Guido-Daum.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu diesem Zeitpunkt hatte mit dem Fall Stalingrads der Krieg an der Ostfront bereits eine Wende genommen und die deutschen Truppen standen bereits in Abwehrk\u00e4mpfen. Lediglich die Schlacht um Charkow zu eben diesem Zeitpunkt brachte der Wehrmacht den letzten bedeutenden Erfolg im Krieg gegen die Sowjetunion. Drei Monate nach dem Einsatz an der Kriegsfront erhielt Guido am 9. Juli 1943&nbsp;einen Granatsplitterdurchschuss am rechten Unterschenkel. Der R\u00fccktransport von der Front zum Reservelazarett Bernburg dauerte fast drei Wochen. Die Wunde verheilte, Guido wurde zum Gefreiten bef\u00f6rdert und erhielt das Verwundetenabzeichen. Die nachfolgenden Tage und Wochen aber entwickelten sich f\u00fcr Guido Daum zu einer Trag\u00f6die.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn Details nicht ausfindig gemacht werden konnten, so steht doch sicher, dass nach der von den \u00c4rzten best\u00e4tigten Genesung die R\u00fcckkehr Guidos an die Kampflinien anstand, wo sich die deutschen Truppen Ende 1943, Anfang 1944&nbsp;in schweren Abwehrk\u00e4mpfen mit Schwerpunkt im S\u00fcden der Ostfront befanden und weitgehend aus der Ukraine \u00fcber den Dnjepr bis zum Dnjestr zur\u00fcckgeworfen worden waren. Was nun genau passierte, k\u00f6nnen wir nur erschlie\u00dfen. Der 19-j\u00e4hrige Guido wurde mit dem Gr\u00e4uel des Krieges nicht fertigt, verst\u00fcmmelte seinen K\u00f6rper, um so m\u00f6glicherweise dem Grauen entfliehen zu k\u00f6nnen. Er wurde daraufhin vor ein Kriegsgericht gestellt und am 23. Februar 1944 standrechtlich erschossen (so der Eintrag in einer Karteikarte im Archiv Herxheim). Das noch junge Leben endete unter den Gewehrkugeln des Exekutionskommandos. Nach Informationen des Volksbundes Deutsche Kriegsgr\u00e4ber befindet sich das Grab von Guido Daum in Tscherna,&nbsp;auf dem Gebiete der heutigen Ukraine.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"582\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Daum-Guido-Sterbebild-582x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1196\" style=\"width:350px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Daum-Guido-Sterbebild-582x1024.jpg 582w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Daum-Guido-Sterbebild-171x300.jpg 171w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Daum-Guido-Sterbebild-768x1351.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Daum-Guido-Sterbebild-873x1536.jpg 873w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Daum-Guido-Sterbebild.jpg 906w\" sizes=\"(max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 9. M\u00e4rz 1944 erreichte Guidos Familie die Nachricht von der Dienststelle, dass das \u201egegen den Gefreiten Guido Daum wegen Selbstverst\u00fcmmelung am 21.2.1944 vom Feldkriegsgericht auf Todesstrafe erkannte Urteil nach Best\u00e4tigung des Gerichtsherrn am 23.2.1944 vollstreckt worden war. Die Bestattung erfolgte in Tscherna.\u201c Dar\u00fcber hinaus wurde in dem Schreiben verf\u00fcgt, dass \u201eTodesanzeigen oder Nachrufe in Zeitungen, Zeitschriften u. dgl. verboten\u201c wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"819\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Brief-Feldkriegsgericht-1024x819.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1199\" style=\"width:581px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Brief-Feldkriegsgericht-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Brief-Feldkriegsgericht-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Brief-Feldkriegsgericht-768x614.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Brief-Feldkriegsgericht-1536x1229.jpg 1536w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Brief-Feldkriegsgericht-2048x1638.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Brief vom Feldkriegsgericht mit der Information, dass Guido Daum exekutiert worden ist, 1944. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Guidos noch lebende Schwester Anneliese, verheiratete Blesinger, konnte leider nur wenig Aufkl\u00e4rung leisten. Auch der im o.g. Schreiben der Gerichtsdienststelle erw\u00e4hnte letzte Brief des Verurteilten war nicht mehr aufzufinden. &nbsp;<br>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Dr. Klaus Eichenlaub)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guido Daum wurde am 8. September 1924 als Sohn des Gipsermeisters Eugen Daum und dessen&nbsp; Ehefrau Margareta geb. Pfalzer in der Niederhohl 25 geboren. Er war das vierte von acht Kindern. Gerade 18 Jahre alt geworden, musste er am 16. 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