{"id":1120,"date":"2025-06-27T07:20:27","date_gmt":"2025-06-27T07:20:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=1120"},"modified":"2025-06-27T07:20:27","modified_gmt":"2025-06-27T07:20:27","slug":"eduard-beiner-1914-1942","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=1120","title":{"rendered":"Eduard Beiner (1914-1942)"},"content":{"rendered":"\n<p>Eduard\u00a0Beiner kam als zweites von acht Kindern des Ehepaares Michael Beiner und Anna geb. Rieder am 6. Mai 1914 in Herxheim zur Welt. Sein Elternhaus war im Scharfeneck 16. Er besuchte wie alle seine Geschwister die Volksschule in Herxheim. Wie sein Bruder Ludwig zu berichten wusste, machte Eduard durch seine Malerei\u00a0auf sich aufmerksam. Sein Lehrer erkannte das Talent und bat seinen Vater, ihm ein Studium an der Kunstakademie in M\u00fcnchen zu erm\u00f6glichen. Der Vater lehnte diese Bitte aus finanziellen Gr\u00fcnden ab. So musste Eduard einen Handwerksberuf erlernen und nahm eine Lehrstelle als Dekorationsmaler an. Er gr\u00fcndete alsbald einen eigenen Malerbetrieb. Er entwickelte eigene Methoden und wurde so zum gefragten Malermeister.\u00a0In der freien Zeit und aus eigenem Antrieb widmete sich Adolf immer mehr der Malerei.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"716\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Familienfoto-Adolf-3.-v.r-1024x716.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1109\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Familienfoto-Adolf-3.-v.r-1024x716.jpg 1024w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Familienfoto-Adolf-3.-v.r-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Familienfoto-Adolf-3.-v.r-768x537.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Familienfoto-Adolf-3.-v.r-1536x1075.jpg 1536w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Familienfoto-Adolf-3.-v.r-2048x1433.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>  Gruppenbild der Familie Beiner aus Herxheim. Eduard ist als zweite Person von links abgebildet. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nebenbei fand er in diesen Jahren auch Gefallen an der Musik. Er besorgte sich eine Gitarre und war neben der Malerei alsbald dem Gitarrenspiel und dem Gesang tief verschrieben. Auch beschaffte sich Eduard eine Zither und innerhalb kurzer Zeit spielte er diese und sang auch Lieder im bayerischen Dialekt. Zusammen mit Gleichgesinnten musizierte er zwei bis dreimal pro Woche im Hof und vor dem Wohnhaus im Scharfeneck. Ein Baumstamm diente als Sitzfl\u00e4che, auf dem die Stra\u00dfenbewohner Platz nahmen und\u00a0den Kl\u00e4ngen lauschten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"646\" height=\"1024\" data-id=\"1122\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-vielseitiger-Musiker-bearb-646x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1122\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-vielseitiger-Musiker-bearb-646x1024.jpg 646w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-vielseitiger-Musiker-bearb-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-vielseitiger-Musiker-bearb.jpg 705w\" sizes=\"(max-width: 646px) 100vw, 646px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"741\" height=\"1024\" data-id=\"1128\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-mit-nachmaliger-Ehefrau-Elisabeth-Deutsch-ca.-1934-1-741x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1128\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-mit-nachmaliger-Ehefrau-Elisabeth-Deutsch-ca.-1934-1-741x1024.jpg 741w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-mit-nachmaliger-Ehefrau-Elisabeth-Deutsch-ca.-1934-1-217x300.jpg 217w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-mit-nachmaliger-Ehefrau-Elisabeth-Deutsch-ca.-1934-1-768x1062.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-mit-nachmaliger-Ehefrau-Elisabeth-Deutsch-ca.-1934-1.jpg 949w\" sizes=\"(max-width: 741px) 100vw, 741px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p><br> <em>Eduard Beiner beim Gitarrespielen (links) und mit seiner Frau Elisabeth Deutsch, um 1934 (rechts).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0\u201eIch habe noch in Erinnerung\u201c \u2013 so Ludwig \u00fcber seinen Bruder weiter \u2013 \u201edass er nachts, wenn er nach Hause kam, in unserer gemeinsamen Schlafst\u00e4tte seine Staffelei aufschlug und bis in die Morgenstunden malte. \u2026 So war es kein Wunder, dass er oft mit seiner Staffelei im Gemeindewald anzutreffen war, wo er Natursch\u00f6nheiten malte.\u00a0Er versuchte sich auch in der Glasmalerei und war immer voller Ideen. \u2026 In Herxheim existierte damals ein Theaterverein namens \u201eB\u00fchnenzirkel\u201c, dem er sich spontan anschloss und postwendend in den w\u00e4hrend der Wintermonate aufgef\u00fchrten Theaterst\u00fccken mit Hauptrollen bedacht wurde.\u201c \u00a0Schon fr\u00fch fand er in Elisabeth Deutsch seine erste Liebe, die er 1936 heiratete und mit ihr im Schlossgartenweg 5 Wohnung nahm. Im Januar 1937 kam ihre Tochter Else (verheiratete Steverding) zur Welt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"670\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-Gemalde-bearb-1024x670.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1123\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-Gemalde-bearb-1024x670.jpg 1024w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-Gemalde-bearb-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-Gemalde-bearb-768x502.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-Gemalde-bearb-1536x1005.jpg 1536w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-Gemalde-bearb.jpg 1553w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>                       Aquarell-Bild eines Feldweges mit B\u00e4umen, gemalt von Eduard Beiner. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im August 1939, wenige Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste er den Wehrdienst leisten und war ab M\u00e4rz 1940 im Kriegseinsatz.\u00a0In einem Brief vom April 1941\u00a0an seine Frau aus seinem Standort in Norddeutschland wei\u00df er von einer bevorstehenden Verlegung seiner Einheit und einer sechst\u00e4tigen Fahrt zu berichten und nennt die S\u00fcdgrenze Polens als Ziel. Die Zither, die er in der deutschen Kaserne bei sich hatte, konnte den Weg zum neuen Einsatzort nicht mit antreten. Deshalb k\u00fcndigt er deren R\u00fccksendung per Post an. Auch erkundigt er sich nach seinen drei Br\u00fcdern und seinem Schwager, die allesamt den Soldatenrock trugen und im Kriegseinsatz waren. Dass der bevorstehende Angriff auf Sowjet-Russland den eigentlichen Grund der Verlegung abgab, war Geheimsache der Heeresleitung. Der Wintereinbruch beim Vormarsch im Osten traf die deutschen Soldaten unvorbereitet. Das brachte den Soldaten die sogenannte Ostmedaille (\u201eGefrierfleischorden\u201c) ein, aber leider auch zahlreiche Erfrierungen, so auch bei Eduard Beiner, der wegen seiner erfrorenen Zehen ins Lazarett und zur Behandlung und Auskurierung nach Freudenstadt kam, um danach seinen letzten Heimaturlaub anzutreten, bevor er wieder zu seiner Einheit im S\u00fcdosten Russlands zur\u00fcckkehrte. Aus dieser Zeit stammt auch sein letztes \u00d6lgem\u00e4lde, welches das Hause seiner Familie bis heute schm\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"690\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-als-Soldat-1-690x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1126\" style=\"width:379px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-als-Soldat-1-690x1024.jpg 690w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-als-Soldat-1-202x300.jpg 202w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-als-Soldat-1-768x1139.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-als-Soldat-1-1035x1536.jpg 1035w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Beiner-Eduard-als-Soldat-1.jpg 1322w\" sizes=\"(max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In einem Brief vom Oktober 1942 an seine Eltern l\u00e4sst er wissen, dass seine Einheit noch immer vor Mosdok liegt. Es handelt sich um eine Kleinstadt nord\u00f6stlich des Kaukasus, die am 25. August 1942 von den deutschen Truppe eingenommen wurde, deren Sto\u00dfrichtung die \u00d6lfelder im Raum Grosny (Tschetschenien) war, was ihnen aufgrund des heftigen Widerstandes nicht gelang. Schon zum Jahresende 1942 waren die deutschen Truppen (Heeresgruppe A) in schwere Abwehrk\u00e4mpfe verwickelt. Von einem der Eins\u00e4tze kehrte Eduard nicht mehr zu seiner Einheit zur\u00fcck und gilt seit 13. Dezember 1942 als vermisst. Sp\u00e4tere Nachforschungen brachten keinen Hinweis auf seinen Verbleib bzw. sein Grab.\u00a0Mit Beschluss des Amtsgerichts Landau vom 27. November 1950 wurde Eduard Beiner f\u00fcr tot erkl\u00e4rt. Seine Tochter Else kennt ihren Vater nur von Fotos und Erz\u00e4hlungen. Eduards j\u00fcngerer Bruder August hatte schon im Juni 1942, also knapp sechs Monate vor Eduard in Sewastopol auf der Krim und vier Monate sp\u00e4ter auch sein Bruder Adolf bei K\u00e4mpfen um Stalingrad das Leben gelassen. Elisabeth Beiner trauerte um ihren Mann, Michael und Anna Beiner trauerten um drei gefallene S\u00f6hne, Maria, Katharina und Rosa Beiner\u00a0um ihre Br\u00fcder und Maria, die \u00e4lteste Schwester Eduards, um ihren Mann Aloys Stritzinger, der schon im August 1941 in der Ukraine gefallen war.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\u00a0<em>(Dr. Klaus Eichenlaub)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eduard\u00a0Beiner kam als zweites von acht Kindern des Ehepaares Michael Beiner und Anna geb. Rieder am 6. Mai 1914 in Herxheim zur Welt. Sein Elternhaus war im Scharfeneck 16. Er besuchte wie alle seine Geschwister die Volksschule in Herxheim. Wie sein Bruder Ludwig zu berichten wusste, machte Eduard durch seine Malerei\u00a0auf sich aufmerksam. 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