{"id":1096,"date":"2025-06-27T06:10:32","date_gmt":"2025-06-27T06:10:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=1096"},"modified":"2026-02-23T19:25:56","modified_gmt":"2026-02-23T19:25:56","slug":"josef-baumstark-1909-1943","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/?page_id=1096","title":{"rendered":"Josef Baumstark (1909-1943)"},"content":{"rendered":"\n<p>Josef Baumstark erblickte am 19. Februar1909 als viertes Kind von Joseph und Theresia Baumstark das Licht der Welt. Sein Elternhaus stand in der Oberhohl 17&nbsp;in Herxheim. Beide Elternteile arbeiteten als Zigarrenmacher, in einem Gewerbe, das damals neben der Landwirtschaft den meisten Herxheimern Lebensunterhalt gab. Auch Josefs Geschwister zog es nach der Schule in die Zigarrenfabrik. Er jedoch ging als j\u00fcngstes der vier Kinder einen anderen Weg ein. Er erlernte den Beruf des Eisendrehers und legte 1931 die Pr\u00fcfung vor der Handwerkskammer ab.&nbsp;Gleichwohl ihm sein Arbeitgeber ein sehr gutes Zeugnis ausstellte, zwang ihn die Wirtschaftskrise jener Jahre auch Hilfsarbeiterbesch\u00e4ftigungen in anderen Gewerben anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Josef-Baumstark.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"654\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-30jahrig-654x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1093\" style=\"width:506px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-30jahrig-654x1024.jpg 654w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-30jahrig-192x300.jpg 192w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-30jahrig-768x1202.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-30jahrig-981x1536.jpg 981w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-30jahrig-1308x2048.jpg 1308w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-30jahrig.jpg 1376w\" sizes=\"(max-width: 654px) 100vw, 654px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>                 Der Privatmann Josef Baumstark, ungef\u00e4hr 30 Jahre alt, noch vor Kriegsbeginn.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober\u00a01931 heiratete Josef Baumstark die aus Insheim stammende Elisabeth Marz, mit der er den gemeinsamen Sohn Edgar hatte. Wenige Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit dem deutschen \u00dcberfall auf Polen, musste Josef zu den Soldaten einr\u00fccken. Die Tatsache, dass er schon ein Jahr zuvor den F\u00fchrerschein erworben hatte &#8211; damals etwas Besonderes &#8211; k\u00f6nnte der Grund sein, weshalb er zu einem Baubataillon gerufen wurde. Aus den Unterlagen des Milit\u00e4rarchivs wissen wir um seinen Einsatz im Westfeldzug und den anschlie\u00dfenden Einsatz im Inselschutz (Nordsee) ab Juli 1941. Von dort monierte er auf einer Gru\u00dfkarte die seltene Post, die er von der Heimat bekam.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"734\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-ca.-1940-1024x734.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1094\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-ca.-1940-1024x734.jpg 1024w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-ca.-1940-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-ca.-1940-768x551.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-ca.-1940-1536x1101.jpg 1536w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-ca.-1940.jpg 1792w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;                Der Obergefreite Josef Baumstark als Mitglied des Panzerregiments 36, um 1940.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als dann 1943 der Krieg im Osten Material und Soldaten \u201everschlang\u201c und die deutschen Truppen in heftige Abwehrk\u00e4mpfe gerieten, da findet sich Josef Baumstark ab 1. M\u00e4rz 1943 als Mitglied des Panzerregiments 36 an Ostfront wieder. Als er sich von seinem letzten Heimaturlaub dorthin verabschiedete, wurde er von Sohn Edgar und seiner Nichte zum Herxheimer Bahnhof&nbsp;begleitet. Seine Nichte, die noch lebende Edith Ehmer erinnert sich: \u201eEr wollte nicht, dass wir ihn bis zum Bahnsteig begleiteten. Vor dem Bahnhofsgeb\u00e4ude drehte er sich um, schaute uns mit traurig, ernster Miene an, legte seine H\u00e4nde auf unsere Schultern und schickte uns zur\u00fcck nach Hause. Wir waren die Letzten [gemeint sind die letzten Angeh\u00f6rigen], die ihn lebend sahen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"574\" height=\"1024\" data-id=\"1098\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-Sterbebild-574x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1098\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-Sterbebild-574x1024.jpg 574w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-Sterbebild-168x300.jpg 168w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-Sterbebild-768x1371.jpg 768w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-Sterbebild-860x1536.jpg 860w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Josef-Sterbebild.jpg 917w\" sizes=\"(max-width: 574px) 100vw, 574px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"637\" height=\"735\" data-id=\"1101\" src=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Herxheim-Todesnachricht.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1101\" srcset=\"https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Herxheim-Todesnachricht.jpg 637w, https:\/\/www.kulturelleserbe-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Baumstark-Herxheim-Todesnachricht-260x300.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p><em>                   Anzeige und Benachrichtigung vom Felde vom Tod Josef Baumstarks 1943. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br>&nbsp;Am 2. Dezember 1943 erhielt&nbsp;Josef Baumstark&nbsp;einen Bauchschuss und starb auf dem Weg vom Verbandsplatz zum Feldlazarett in Kirowograd in der heutigen Ukraine \u2013 so die Nachricht des Oberstabsarztes an seine Frau Elisabeth.&nbsp;Der Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge bettete sp\u00e4ter die sterblichen Reste von Josef Baumstark auf dem Sammelfriedhof Kirowograd im Grab 79 in der 1. Reihe des Blocks 12 zur dauernden Ruhe.&nbsp;Die insgesamt 6.951 Namen von Gefallenen deutschen Soldaten dieses Sammelfriedhofes erinnern an die Menschenopfer des sinnlosen Krieges. In Herxheim trauerten seine Frau mit Sohn Edgar, seine Eltern, seine Geschwister um Josef Baumstark. Aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden fand niemand aus Herxheim jemals den weiten Weg zu seinem Grab im fernen Kirowograd.&nbsp;In Herxheim erinnert sein Name auf der Bronzetafel in der Kriegerged\u00e4chtniskapelle an Josef Baumstark. Aber auch seine Enkelin Pia Baumstark pflegt das Gedenken an ihren Gro\u00dfvater.<\/p>\n\n\n\n<p>(Dr. Klaus Eichenlaub)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Josef Baumstark erblickte am 19. Februar1909 als viertes Kind von Joseph und Theresia Baumstark das Licht der Welt. Sein Elternhaus stand in der Oberhohl 17&nbsp;in Herxheim. Beide Elternteile arbeiteten als Zigarrenmacher, in einem Gewerbe, das damals neben der Landwirtschaft den meisten Herxheimern Lebensunterhalt gab. Auch Josefs Geschwister zog es nach der Schule in die Zigarrenfabrik. 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