Franz Jakob Ebler (1905-1941)

Franz Jakob Ebler war das sechste Kind von Georg Ebler und Katharina geb. Hugg. Der Vater war von Beruf Bezirks- und Distriktstraßenwärter. Das Elternhaus war die Offenbacher Straße 17. Nach dem Besuch der Volksschule verdingte sich Franz als Zigarrenmacher, neben der Landwirtschaft damals das Hauptgewerbe in Herxheim. 25-jährig heiratete er am 14. November 1930 Elisabeth (Elis) Scherrer und wohnte mit der jungen Familie in der Peter-Betz-Str. 26. Auch die Ehefrau musste als Fabrikarbeiterin – wahrscheinlich in einer der Herxheimer Zigarrenfabriken – zum Verdienst für die Familie beitragen. Dem Ehepaar wurden drei Kinder geschenkt. 1931 kam Fritz Ebler auf die Welt, 1934 Luzie und 1936 Maria Anna (Marianne gerufen).

Hochzeitsbild von Elisabeth Ebler, geborene Scherrer und Franz Ebler (1930) sowie letztes Familienbild mit den Kindern.

Am 1. September 1939, mit Beginn des 2. Weltkrieges, musste Franz Ebler einrücken und kam zum Bau-Ersatzbataillon Schwalbach. Es ist nicht bekannt, ob er im Frankreichfeldzug zum Einsatz kam. Belegt ist sein Einsatz seit Juli 1941 an der sowjetischen Front. Bereits drei Monate später erreichte ihn am 30. August 1941 durch eine Fliegerbombe im russischen Potschep der Tod. Diese Stadt im mittleren Westrussland war am 22. August von den deutschen Truppen besetzt worden. Es existiert ein Foto von seinem Feldgrab. Dieses Grab existiert jedoch heute nicht mehr und die sterblichen Überreste von Franz Ebler konnten deshalb auch nicht auf einen Soldatenfriedhof des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge überführt werden.

Feldgrab von Franz Ebler in Russland (zweites von rechts, 1941). Das Grab existiert jedoch nicht mehr, sondern geriet in Vergessenheit.

Seine Frau teilte das Schicksal vieler Kriegerwitwen. Die Kinder waren beim Tod ihres Vater zehn, sieben und fünf Jahre alt und mussten versorgt werden. Sohn Fritz ging unmittelbar nach der Volksschule als Lehrling ins Ruhrgebiet und kam erst im Ruhestand mit seiner aus Opladen stammenden Frau Getrud nach Herxheim zurück, Luzie heiratete den Automechaniker Herbert Detzel und Marianne den Gemüsehändler Arnulf Weiller.

Drei Monate vor Kriegsende forderte der Krieg weitere Opfer in der Familie Ebler. Am 19. Februar 1945 fiel der Oberkanonier Walter Ebler in Arnswalde in Westpommern (im heutigen Polen). Er war der der Sohn des älteren Bruders Eugen, somit Neffe von Franz Ebler und damit Cousin von Fritz, Luzi und Marianne.

(Dr. Klaus Eichenlaub)