Der Zweite Weltkrieg brachte den Tod in fast jede Herxheimer Familie. Die Familie Eichenlaub in der Holzgasse 25 traf es besonders hart. Gleich dreimal traf eine Todesnachricht ein.
Landwirt Ludwig Eichenlaub und seine Frau Anna geb. Flick hatten nach der erstgeborenen Tochter Maria vier Söhne: Ludwig (Jahrgang 1915), Karl (Jahrgang 1917), Adolf (Jahrgang 1921) und Ignaz (Jahrgang 1924).

Todesanzeige von Karl Eichenlaub 1939
Schon vor dem Krieg war in der Familie ein erstes Mal Trauer angesagt, als die Mutter am 17. Februar 1928 starb und dem Ehemann fünf Kinder im Schul- bzw. Kleinkindalter zurückließ. Er heiratete, was in jener Zeit nicht selten war, die Schwester seiner Frau Anna, nämlich Katharina.
Karl war nach Maria und Ludwig das drittälteste Kind und wurde am 2. Februar 1917 geboren. Aus dem Spätjahr 1937 stammt eine Postkarte, die er vom Lager Hubental nach Hause schickte. Er war zum Reicharbeitsdienst verpflichtet worden. Da ist er 20 Jahre alt. Eine weitere erhaltene Grußkarte von Karl an die Eltern kommt vom Artillerie Regiment 69 in Mannheim.

Postkarten von Karl Eichenlaub an seine Familie in Herxheim: Links zwei Karten aus dem Reichsarbeitsdienst und eine als Soldat aus Mannheim. Kurz darauf starb er bei einem Unfall
Karl ist nun Soldat. Zu diesem Zeitpunkt war auch Karls Bruder Ludwig schon zum Militär eingezogen. Karl erlebte die Angliederung Österreichs sowie des Sudetenlandes an Deutschland, stirbt aber am 28. Februar 1939 durch einen Unfall bei den Soldaten in Mannheim und wird im Familiengrab auf dem Friedhof in Herxheim beigesetzt. Auf den Bronzetafeln in der Kriegergedächtniskapelle ist sein Name nicht aufgeführt.

Die drei Brüder Ludwig, Adolf und Karl Eichenlaub. Alle drei fielen im Krieg
Karls Bruder Ludwig fällt 1941 in Frankreich und Bruder Adolf wird 1943 bei Stalingrad vermisst. Ignaz, jüngster Bruder von Karl, muss 1942 ebenfalls in den Krieg ziehen und gerät in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1948 nach Herxheim zurückkehrt.
(Dr. Klaus Eichenlaub)

