Auf dem Friedhof in Herxheim wird auf dem unteren Teil des Grabsteins für Georg und Margareta Eichenlaub an Max, Albert und Erich Eichenlaub erinnert. Das eiserne Kreuz zwischen den Lebensdaten verdeutlicht, dass alle drei nicht mehr aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkamen und in fremder Erde ruhen.
Es handelt sich um drei Brüder der Landwirtsfamilie Georg Eichenlaub und Margareta geb. Seither aus der Holzgasse 23. Das Ehepaar hatte acht Kinder, wovon zwei schon im Kindesalter starben. Erich war der jüngste der Brüder. Er kam am 21. Januar 1920 auf die Welt. Sein ältester Bruder Eugen sollte der Tradition folgend den elterlichen Bauernhof übernehmen. Albert, als Zweitgeborener war Metzger geworden, Bruder Karl durfte das Gymnasium besuchen und wurde nach dem Krieg Lehrer und Bruder Max arbeitete im elterlichen Betrieb mit.

Ein Jugendfoto von Erich Eichenlaub
Am 29. Juli 1939, Erich war 19 Jahre alt, hatte er bereits den Wehrpass. Am 3. Dezember 1940 musste er als Soldat zum Infanterieersatzbataillon 87 einrücken. Auf ihn wartete der Einsatz an der Ostfront. Dorthin musste er ab 1. Juli 1941, wenige Tage nach dem Beginn des Blitzkrieges der Deutschen gegen die Sowjetunion. An dieser Front waren Erichs Brüder früher oder später dann allesamt im Kriegseinsatz. Die deutschen Truppen dringen rasch vor, jedoch nicht ohne Verluste.
Zu den Gefallenen der ersten Kriegstage der Heeresgruppe Nord zählt auch Erich Eichenlaub. In einem Dokument des Archivs lesen wir von einer Kriegsverletzung: Kopfschuss. Ob dieser bereits das Lebensende von Erich Eichenlaub mit sich brachte, ist nicht gesagt. Am 8. August 1941 jedoch ist das Leben des 21-jährigen Erich zu Ende. Als Ort seines „Heldentodes“ wird Porietschje in Russland genannt. Das Schreiben des Kompaniechefs mit der Todesnachricht an den Vater hat martialische Züge: „Im Kampf um den Brückenkopf an der Luca bei Porietschje am 8.8.1941 fiel ihr Sohn in soldatischer Pflichterfüllung getreu seinem Fahneneid für das Großdeutsche Vaterland“, heißt es dort. Dem Schreiben ist ein grob mit Bleistift gezeichneter Plan beigelegt, der den Ort des Todes zeigt. Er liegt südlich des Ilmensees. Erich Eichenlaub stand also mit seiner Einheit im Nordabschnitt, die auf die Stadt Leningrad zielte. Es war die Schlacht an der Luga, in der vom 10. Juli bis 24. August 1941 auf sowjetischer Seite vergeblich versucht wurde, den deutschen Vormarsch auf Leningrad aufzuhalten. Die anderthalb Monate dauernden Kämpfe an der Luga-Linie verlangsamten den Vormarsch der deutschen Heeresgruppe nach Leningrad und brachten Erich Eichenlaub den Tod.

Skizze mit der Verortung des Grabes in Russland, Brief und Abschrift der Todesmeldung durch den Kompanieführer 1941
Erich war der erste der drei Söhne der Familie Eichenlaub, den die russische Erde aufnahm, das war 1941. Bruder Max wurde 1942 und Bruder Albert 1943 von russischer Erde bedeckt.

Fotomontage der drei Brüder: Erich, Max und Albert Eichenlaub fielen im Zweiten Weltkrieg
Nach Auskunft des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist Poretschje der Todesort, gleichlautend wie in der Todesmeldung des Kompaniechefs an Erichs Eltern. Sein Grab soll in Loschgolowo (rund 300 km südwestlich von Leningrad, heute St. Petersburg) liegen.
Der älteste Bruder Eugen durfte gemäß einer Regelung frühzeitig den Dienst an der Front quittieren, Bruder Karl kam nach zweijähriger russischer Kriegsgefangenschaft zurück und tat als Lehrer Schuldienst. Nicht genug, dass die Familie um drei Söhne trauerte, schlug der Krieg noch ein weiteres Mal zu, als 1942 die Bombenlast zurückkehrender alliierter Flugzeuge das bäuerliche Anwesen in der Holzgasse traf und Scheuer und Stallungen ausbrannten.
(Dr. Klaus Eichenlaub)

