Der Zweite Weltkrieg brachte den Tod in fast jede Herxheimer Familie. Die Familie Eichenlaub in der Holzgasse 25 traf es besonders hart. Gleich dreimal traf eine Todesnachricht ein.

Landwirt Ludwig Eichenlaub und seine Frau Anna geb. Flick hatten nach der erstgeborenen Tochter Maria vier Söhne: Ludwig (Jahrgang 1915), Karl (Jahrgang 1917), Adolf (Jahrgang 1921) und Ignaz (Jahrgang 1924). Schon vor dem Krieg war in der Familie ein erstes Mal Trauer angesagt, als die Mutter am 17. Februar 1928 starb und dem Ehemann fünf Kinder im Schul- bzw. Kleinkindalter zurückließ. Er heiratete, was in jener Zeit nicht selten war, die Schwester seiner Frau Anna, nämlich Katharina. Die Söhne Ludwig und Karl wurden schon vor Kriegsbeginn zum Militär eingezogen. Von Karl wissen wir, dass er zuvor zum Reichsarbeitsdienst gerufen worden war.

Adolf Eichenlaub in Uniform.


Adolf Eichenlaub wurde am 28. August 1921 als viertes Kind geboren.  Nach dem Besuch der Volksschule darf man ihn als Mitarbeiter auf dem elterlichen Bauernhof vermuten. Als der Zweite Weltkrieg begann, war er gerade 18 Jahre alt geworden und wurde danach zum Militär gerufen. Unmittelbar nach der Ausbildung folgte sein Kriegseinsatz. Wo dieser anfänglich erfolgte, wissen wir nicht. Schließlich kam er als Soldat an die südliche Ostfront, wo die Kämpfe des Zweiten Weltkrieges am heftigsten und todbringendsten waren. Seine Spur verliert sich in Stalingrad, wo er seit 1943 vermisst wird. Eine offizielle Todesnachricht von Adolf hat Familie Eichenlaub in der Holzgasse nie bekommen und sicherlich pflegten Eltern und Geschwister über das Kriegsende hinaus Hoffnung auf die Rückkehr  ihres Sohnes bzw. Bruders Adolf. Auf den Bronzetafeln in der Kriegergedächtniskapelle taucht der Name Adolf Eichenlaub zweimal auf. Diese stehen jedoch für andere Gefallene gleichen Namens. Warum unser Adolf Eichenlaub  nicht verzeichnet ist?  Eine Antwort darauf wird es vielleicht nie mehr geben. Zwei Todesnachrichten hatte Familie Eichenlaub ohnehin schon erreicht, war doch Karl, ihr Ältester 1939 noch vor Kriegsbeginn als Soldat bei einem Unglück ums Leben gekommen und Ludwig war 1940 bei der Stadt Reims in Frankreich von feindlichen Kugeln getroffen worden und an der Verletzung gestorben.

Fotomontage der drei gefallenen Brüder Ludwig, Adolf und Karl Eichenlaub.

Ignaz, der jüngste von den vier Brüdern wurde 1942 18-jährig zu den Waffen gerufen, gleichwohl zwei seiner Brüder schon gefallen bzw. zu Tode gekommen waren und er nach der Regel hätte nicht einberufen werden dürfen. Die Front hatte millionenfach Lücken in die Reihen der deutschen Truppen gerissen, die danach riefen, gefüllt zu werden. Dann starb auch noch der Vater am 10. Juni 1944. Ignaz geriet in englische Gefangenschaft, aus der er erst 1948 zurückkehrte. Die Mutter musste die Arbeiten des großen landwirtschaftlichen Betriebs mit Hilfe eines Kriegsgefangenen und ihrer Tochter Maria alleine leisten.

In Erinnerung an Adolf erhielt sein Neffe, Sohn seines Bruders Ignaz den Namen seines Onkels. Der wurde Landwirt und ließ sich zum Landmaschinenmechaniker ausbilden.

(Dr. Klaus Eichenlaub)